Aufgrund von neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen hat die Orthopädie in den letzten Jahren eine komplette Kehrtwende vollzogen: von der passiven Behandlung der Rückenschmerzen zur "Aktivierung" der Patienten.

Neben der Linderung und Bewältigung der Schmerzen geht es in der Behandlung heute vor allem darum, die Beweglichkeit und die Körperwahrnehmung zu verbessern und den Rücken zu stärken. Statt Spritzen und Massagen für Beschwerden zu verschreiben, die durch Bewegungsmangel verursacht wurden, gilt heute - bewegen, bewegen, bewegen.

Je schneller man wieder regelmäßig körperlich aktiv ist, desto besser beugt man erneuten Rückenbeschwerden vor.

Wer beweglich ist, kann sich problemlos vornüber beugen. Sich immer nur mit aufgerichtetem Rücken zu bewegen ist unnatürlich und belastet den Oberkörper einseitig. Es geht nicht darum, Bewegungen zu vermeiden, sondern den Körper so fit zu halten, dass er sich flexibel bewegen kann.

Um Ihren Rücken langfristig zu stärken, müssen Sie aktiv werden. Bringen Sie mehr Bewegung in Ihren Alltag bringen. Wählen Sie eine Sportart, die Ihnen Freude macht.
Unsere Ärzte können Sie bei der Wahl einer für Sie individuell geeigneten Sportart beraten.

Starten Sie AKTIV in den Tag 

Beginnen Sie Ihren Tag mit ein paar Gymnastikübungen, das regt außerdem den Kreislauf an. Nutzen Sie den Weg zur Arbeit, um zu laufen, oder fahren Sie mit dem Rad. Wenn Sie öffentliche Verkehrsmittel nehmen, steigen Sie eine oder zwei Haltestellen vor Ihrem Ziel aus und gehen Sie den restlichen Weg. Parken Sie Ihr Auto so, dass Sie noch Gelegenheit für einen kleinen Spaziergang haben, dafür ist nicht nur Ihr Rücken besonders nach einem langen Arbeitstag dankbar. Wer täglich zweimal 15 bis 30 Minuten flott zu Fuß unterwegs ist oder radelt, erfüllt schon ein beachtliches Bewegungspensum und tut etwas für sein Wohlbefinden. Treppen sind hervorragende Trainingsparcours. Betrachten Sie diese als Einladung, nehmen Sie diese sportlich! Wenn Sie anfangs dabei ins Schnaufen geraten, ist das ein Grund mehr, endlich etwas für sich zu tun. Ergreifen Sie im Alltag jede Gelegenheit, sich zu bewegen.

Die Rückenmuskeln trainieren 

Ein ausgewogenes, gesundheitsorientiertes Muskeltraining stärkt nicht nur die Muskeln, sondern auch die Sehnen und Bänder, die Knorpel und das Bindegewebe. Es beugt Ungleichgewichten der Muskulatur und Verspannungen durch Bewegungsmangel und einseitige Belastungen vor. Muskeltraining stabilisiert die Knochen und schützt vor dem Verlust von Knochenmasse (Osteoporose). Es verbessert zudem das Zusammenspiel der Muskeln, was zu flüssigeren und ökonomischeren Bewegungsabläufen führt und die Verletzungsgefahr verringert. Aus all diesen Gründen wird Muskeltraining heute zur Vorbeugung und Behandlung von Rückenbeschwerden und als ergänzendes Training zu vielen Sportarten empfohlen. Die Muskulatur regelmäßig zu trainieren, ist nicht zuletzt das beste Mittel, um den altersbedingten Verlust an Muskelkraft aufzuhalten.

Sie können Ihre Muskeln auf vielerlei Weise trainieren: 
Dazu gehören beispielsweise Gymnastik, Hanteltraining oder der Einsatz eines elastisch-stabilen Latexbandes (Theraband), aber auch das Training an speziellen Geräten. (Siehe hierzu auch auf unserer Homepage "Bewegung/Fitness"). Für Anfänger ist es jedoch empfehlenswert, die Grundlagen des Muskeltrainings unter qualifizierter Anleitung zu erlernen. Das gilt besonders dann, wenn man Probleme mit dem Rücken oder den Gelenken hat.

Kinder - Jugendliche und Sport 

Stadtkinder haben heute nur beschränkte Möglichkeiten, im Freien herumzutollen und ihre natürliche Bewegungslust auszuleben. Schon Kinder und Jugendliche verbringen heute viel zu viele Stunden ihrer Freizeit im Sitzen, oft reglos vor PC und Fernseher. Schulsport alleine kann das nicht ausgleichen - die Fitness des Nachwuchses nimmt rapide ab.
Schwimmen, Radfahren, Inlineskaten, Ballspielen, Toben, Klettern, Spielen auf dem Spielplatz fördern die Bewegungslust. Wer sich schon im Kindesalter für eine Sportart begeistert, behält die Lust am Sport meist auch als Erwachsener und hat beste Voraussetzungen, körperlich fit und beweglich zu bleiben. Kindgerechter Sport soll jedoch vor allem Spaß machen.

Für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Rückenproblemen gilt: 
Ein gesundheitlicher Effekt ist aber nur mit einem gezielten Gesundheitstraining zu erreichen. Nur bei regelmäßiger Beanspruchung können die Muskeln den Rücken tragen und die Wirbelsäule entlasten. Wir empfehlen deshalb ein Training dreimal 30 Minuten pro Woche.

Bewegungslehren und -techniken, wie die Feldenkrais-Methode, Yoga, Tai-Chi und Qi-Gong oder Pilates-Training können helfen, die Körperwahrnehmung und die Beweglichkeit zu verbessern. Mit solchen Methoden des sanften Bewegungstrainings lernt man nicht nur, sich mehr zu bewegen, sondern auch, sich anders zu bewegen. Sie verbessern die Haltung und schulen die Koordination, wirken aktivierend und gleichzeitig entspannend.

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